Archiv des Autors: Morgan

Nützliches Wissen

Es gibt Dinge die regen einen jedes Mal auf wenn man sie liest oder sieht. Bei mir gehört die Phrase „unnützes Wissen“ dazu. Das Konzept, dass Wissen unnütz sein könnte findet in meiner Realität und meiner Sicht auf die Welt nicht statt. Wieso sollte es nutzlos sein Dinge zu wissen?

Ein Problem, das wir als Gesellschaft heute haben ist, dass viel zu wenig mit Fakten argumentiert wird. Stattdessen kommen sowohl im Privaten als auch in der Politik mehr und mehr gefühlte Fakten, früher ehrlicherweise Bauchgefühl genannt, zum tragen. Was nicht ins Weltbild passt wird ausgeblendet. Argumente die den eigenen Standpunkt entkräften werden ignoriert oder zu Fake News, früher Falschmeldung oder auch Lüge genannt, erklärt. Der Wissenschaft wird nicht mehr getraut, plötzlich glauben wieder ernsthaft Leute, dass die Erde eine Scheibe sei. Man kann nicht nur behaupten, dass der Klimawandel eine Erfindung der Chinesen sei ohne ausgelacht zu werden. Man kann mit dieser Einstellung sogar amerikanischer Präsident werden.

Mir ist schon klar, dass es etwas weit hergeholt ist all das auf „unnützes Wissen“ zurückzuführen. Menschen denken nicht automatisch, dass Angela Merkel eigentlich eine Echse ist, nur weil man ihnen „unnützes Wissen“ präsentiert. Trotzdem ist es erwiesen, dass nicht nur das Sein das Bewusstsein schafft, sondern auch andersrum das Bewusstsein Einfluss auf das Sein hat (Thomas Theorem). Von der Annahme, dass Wissen nutzlos sein kann ist es nicht mehr so weit zur Wissenschaftsfeindlichkeit. Und deshalb regt mich diese Phrase so sehr auf.

Im englischen spricht man von „Fun Facts“, also Tatsachen die Spaß machen, die einen vielleicht zum Schmunzeln bringen. Sie sind nicht nutzlos. Im Gegenteil, der Nutzen ist schon im Begriff beschrieben: Fun. Mag sein, dass darüber hinaus nicht viel hängen bleibt, aber das ist ja schon mal besser als nichts. Und wer weiß, vielleicht kann man ein entsprechendes Faktum später einmal auch ernsthaft anwenden.

Ein Beispiel: Die Tatsache, dass es außer in Deutschland nur zwei indische Bundesstaaten und die Isle of Man ohne generelles Tempolimit auf Autobahnen gibt habe ich vor etwa einem halben Jahr herausgesucht (http://www.unnützes-wissen.de/index.php?fact=17.7.2018). Heute argumentiert der Bundesverkehrsminister ernsthaft, dass ein Tempolimit auf Autobahnen “wider den Verstand” sei. So viel Spaß es mir macht schnell Auto zu fahren, die Deutschen ausgerechnet als einziges Volk mit Verstand darzustellen grenzt mindestens an Torheit. Eine Torheit die durch das genannte Faktum noch untermauert wird.

Wenn du nicht für das Produkt bezahlst…

Wer für ein Produkt nicht bezahlt ist das Produkt. Dieses Prinzip ist nichts besonders Neues, auch wenn dieser Satz es sehr schön auf den Punkt bringt. Und was für die beiden Schweine rechts gilt, gilt auch für uns Menschen. Besonders in Zeiten von Facebook und Co, die ihr Geld nicht etwas mit Gebühren der Nutzern verdienen, sondern dadurch, dass sie unsere Profile an dritte weiterverkauft. Wir sind nie Facebooks Kunden gewesen, Kunde ist in diesem Beispiel die Werbeindustrie.

Ich habe aber mittlerweile ein neues Beispiel für dieses Prinzip gefunden, dass, so denke ich, sehr illustrativ ist. Die PAYBACK American Express Karte. American Express ist ein Kreditkartenanbieter, vom Image her eher auf dem Golfplatz zuhause. American Express ist die wertvollste Kreditkarten-Marke der Welt, und in den Top 30 der wertvollsten Marken insgesamt. Vor Audi, VW und J.P.Morgan zum Beispiel.

Möchte man eine Kreditkarte von diesem Anbieter kostet das, je nach Kartenprodukt, mindestens vier Euro pro Monat. dafür bekommt man die Blue Card, deren Hauptmerkmal die Karte aus durchsichtigem Kunststoff ist. Diese kostet also 48€ im Jahr, beziehungsweise wird sie beitragsfrei ab einem Umsatz von 3500€. American Express verdient also allein davon, dass sie die Karte ausgeben 48€ pro Jahr, ohne dadurch nennenswerte Kosten zu haben. Selbst wenn der Mindestumsatz von 3500€ erreicht wird, dann hat American Express am Umsatz mitverdient, und bei einer Transaktionsgebühr von 1,9% 66,50€ verdient. Je nach Kartenprodukt sind die Kosten auch höher, bei der American Express Card liegt die Jahresgebühr bei 55€ oder einem Mindestumsatz von 4000€, was wiederum Transaktionsgebühren von 76€ entspricht. Die Gold Card kostet sogar 140€ jährlich, die auch nicht durch Umsatz wieder abgebaut werden können.

Anders ist es bei der PAYBACK American Express Karte. Diese ist ohne Jahresgebühr und Mindestumsatz erhältlich, American Express wirbt damit, dass die Karte dauerhaft gebührenfrei ist. Ein Unternehmen wie American Express hat aber nichts zu verschenken. Irgendwie muss das Geld ja am Schluss wieder rein kommen. Klar, auch hier werden die Transaktionsgebühren für die Händler fällig, aber irgendwie kann das ja nicht alles sein. Im Gegenteil, eine gebührenfreie Karte nagt ja auch ein wenig am Image der Firma. Es gibt zwar Vorteile der Platinum Card, aber die beziehen sich hauptsächlich auf den Zugang zu Flughafen Lounges. Deshalb 600€ pro Jahr bezahlen? Eine American Express Karte hat nicht jeder, das prägt das Image dieses Zahlungsmittels.

American Express muss also mit der Karte, zuzüglich der Transaktionsgebühren mindestens 48€ an der PAYBACK American Express Karte verdienen. Vermutlich sogar noch etwas mehr, weil ja wie gesagt der, wenn auch leichte, Imageverlust ausgeglichen werden muss. Und das verdienen Sie durch Payback. Payback verkauft den teilnehmenden Händlern Profile der Kunden. Einkaufsgewohnheiten, bevorzugte Marken, etc. Damit kann der Händler gezielt werben und Kundengruppen ansprechen, oder auch dazu bringen verstärkt bei ihm einzukaufen. Das ganze ist aus Datenschutzgesichtspunkten höchst kritisch zu sehen, allerdings legal. Aber auch hier gilt: Paybacks Kunden sind die Händler, nicht die Konsumenten. Und für American Express muss der Mehrwert dieser Kundendaten so groß sein, dass sie dafür bereit sind auf die Gebühren zu verzichten und den angesprochenen Imageverlust hinzunehmen. Der Wert muss also noch größer als die hier aufgeführten Zahlen sein.

#DeleteFacebook

Die Diskussion um Cambridge Analytica in den letzten Tagen hat mich mal wieder über Facebook nachdenken lassen. Ich hab da einen Account, benutze den aber äußerst selten. Faktisch gesehen habe ich die letzten 18 Monate da quasi nicht reingeschaut. Im vergangenen Herbst habe ich bemerkt, dass einer meiner Twitter-Accounts da automatisch reinpostet, das habe ich dann abgedreht.

Nachdem Cambridge Analytisch mal wieder bewiesen hat, dass Daten SAMMELN und VERKAUFEN das Geschäftsmodell von Facebook ist habe ich mich entschlossen, mal nachzuschauen, was die dort über mich wissen. Dazu kann man in den Untiefen der Facebook-Einstellungen den Datensatz über den eigenen Account anfordern. Auf Twitter habe ich den ein oder anderen Bericht gesehen, was das alles beinhalten kann. Vom Adressbuch, über die Anrufhistorie (!) bis hin zu allen Bildern inklusive Metadaten, die man jemals dort hochgeladen hat.

Bei mir waren zum einen die relevanten Werbethemen spannend. Zum Beispiel hat es mein Wohn- und Arbeitsort hineingeschafft, das Auto das ich gerne fahren würde, ein Videospiel, in das ich einiges an Zeit gesteckt hat, sowie eine Schauspielerin, in die ich vor einiger Zeit mal etwas verknallt war.

Schon spannend, was man aus ein paar Likes rauslesen kann. Trotzdem ist das deutlich weniger, als ich bei anderen Leuten gesehen habe, und in meinen Augen auch lange nicht so vollständig.

Was allerdings vollständig da ist sind ALLE Nachrichten seit IMMER, inklusive einer Nachricht an Silvana Koch-Mehrin, die ich offenbar am 21. Oktober 2009 geschrieben habe. Das ist natürlich nicht überraschend, hat mich aber doch etwas erstaunt.

Alles in allem scheint es sich gelohnt zu haben auf iOS, und nicht auf Android zu setzen. Facebook weiß zwar vieles über mich, aber solche Dinge wie Location-Tracking, Anruflisten mitschreiben und SMS lesen scheint auf iOS nicht zu gehen, zumindest hat mein Datensatz nichts dergleichen eingetragen.

Ich mag Facebook nicht. Ich mag nicht, wie sie ihr Geld verdienen, wie egal ihnen die Privatsphäre ihrer Nutzer ist, und wie skrupellos sie auf alles scheißen, was in Richtung staatlicher Regulierung gehen könnte. Facebook zeigt eindrucksvoll, dass man für ein Produkt bezahlen muss, ansonsten wird man zum Produkt.

Das ist alles nicht neu für mich, und dennoch wird es einem gerade mal wieder schön vor Augen geführt. Mir ist auch bewusst, dass Instagram und WhatsApp zum selben Konzern gehören, aber ich fürchte manchmal muss eben eine Baustelle nach der anderen angegangen werden.

Von daher: Ich bin dann dort mal weg. Kontaktiert mich gerne auf Twitter, Leute die mich persönlich kennen sollten auch meine Handynummer haben, meine Mailadresse steht auch hier im Blog.

Homebrew im Standardnutzer

Meine Macs haben allesamt zwei Nutzeraccounts. Einen mi normalen Nutzerprivilegien und einen Administratoraccount. Dafür gibt es mehrere Gründe, die alle etwas mit Sicherheit zu tun haben.

Ein Problem daran: Homebrew läuft damit nicht so richtig. Doch, auch da gibt es zum Glück Abhilfe. Flurin Rindisbacher hat eine kurze, aber für mich super funktionierende Anleitung geschrieben, wie man Homebrew dazu bringt auch mit mehreren Accounts zu funktionieren: https://flurischt.ch/enable-homebrew-for-non-admin-users.html

Ein Hinweis: Die Anleitung geht schon über dem gelben Kasten los!

Dieses Wochenende, nächstes Wochenende

Vorwort: Beim Schreiben des Artikels sind mir zwei fundamentale Fehler unterlaufen. Natürlich habe ich vor und während des Schreibens mit dem Thema beschäftigt, und zum Thema recherchiert. Dabei sind mir zwei Links untergekommen, die ich gelesen habe, hier aber nicht erwähnt habe. Beide haben die zu meiner gegenteilige Meinung. Der eine Fehler war, das nicht zu erwähnen. Der andere, noch viel schwerwiegendere, war, dass ich darauf hingewiesen werden musste. Und zwar von hukl (danke sehr), der das ganze erst losgetreten hat. Das ist nicht nur schlechter Stil, das ist schlicht unredlich und etwas was ich jedem Journalisten ankreiden würde. Ich entschuldige mich hiermit dafür, alle weiteren Ergänzungen unten.

— Originalartikel —

Die aktuelle Freakshow vom 4.6.2017 hat den Titel Dieses Wochenende, nächstes Wochenende. Recht schnell, in den ersten Minuten wird klar, dass dieser Sendungstitel nicht von ungefähr kommt, sondern es darum geht, wie das kommende Wochenende richtig zu bezeichnen ist. Dieses Wochenende? Nächstes Wochenende? Kommendes Wochenende?

Ich habe dazu das gezeigte Bild erstellt. Stelle dir vor, heute wäre der 5. Juli, 2017, ein Mittwoch. Wenn ich an diesem Tag von dieser Woche spreche sind sich wohl alle einig, dass diese vom 3. bis zum 9. Juli geht. Die nächste Woche geht dementsprechend vom 10. bis zum 16. Juli.

Das Wochenende ist per Wortsinn ein Ereignis am Ende der Woche. Es ist also Teil der Woche, sonst würde es Hinterderwoche oder so heißen, und es liegt auch nicht am Anfang der Woche. Ansonsten wäre es der Wochenanfang. Das Wochenende gehört also untrennbar zur Woche als ganzes. Hat die Woche schon begonnen hat auch die Zeiteinheit in der das Wochenende liegt schon begonnen. Sprechen wir am 5. Juli also von diesem Wochenende sprechen wir vom 8. und 9. Juli. Sprechen wir vom nächsten Wochenende sprechen wir vom 15. und 16. Juli.

Wochenenden sind in diesem Zusammenhang wie Tageszeiten zu betrachten. Sprechen wir um 15:30 Uhr von diesem Abend geht es um den Abend des selben Tages. Sprechen wir vom nächsten Abend geht es um den Abend des darauffolgenden Tages. Auch wenn technisch gesehen der nächste Abend noch am selben Tag stattfinden würde. Auch hier liegt es daran, dass die Zeiteinheit in der wir Tageszeiten einordnen, nämlich der jeweilige Tag, schon begonnen hat.

Update 1: Auf besondere Nachfrage hin: Laut Wikipedia ist der Wochenbeginn durch EN 28601, ISO 8601 und DIN 1355 der Montag. Ein spezielles Wochenende ist nicht definiert, sondern ein kulturelles Konstrukt. (Angestellte aus dem Einzelhandel werden zum Beispiel sehr häufig den Beginn des Wochenendes erst am Samstag Abend sehen, da da der letzte Feierabend der Arbeitswoche stattfindet.) Die oben genannten Normierungen sehen keinen Ablauf Woche-Wochenende-Woche vor, sondern hängen Woche an Woche. Das legt nahe, dass das Wochenende Teil der Woche ist, eben wie der Abend Teil des Tages ist.

Update 2: Ich glaube mittlerweile das Problem der Diskussion gefunden zu haben. Ich argumentiere im wesentlichen nach der oben genannten ISO. Ich sehe also das Wochenende als Teil der Woche, nicht als eigenes Ereignis. Schon alleine weil es sich nicht sinnvoll vom Rest der Woche abgrenzen lässt. Die Frage, wann das Wochenende beginnt ist in meinen Augen nicht eindeutig zu klären, daher muss es in meinen Augen im Kontext der jeweiligen Woche gesehen werden. Ich konnte keine Erklärung finden, ob das Wochenende Freitagabend, Samstag früh oder vielleicht erst Samstagabend beginnt.

Sieht man es als eigene Entität sind natürlich die links gezeigten Bezeichnungen korrekt. In meinen Augen und Ohren sträubt sich da allerdings alles, da mit dieser Definition, meiner Meinung nach, noch mehr Verwirrung Tür und Tor geöffnet wird. Nicht nur, dass der Beginn des Wochenendes unklar ist, zusätzlich ändert sich nun zweimal pro (sieben Tage-)Woche die Bezeichnung für diese und nächste. Diese Woche endet am Freitag Abend, Samstag und Sonntag haben wir keine Woche, und nächste Woche beginnt am kommenden Montag. Währenddessen geht irgendwann zwischen Freitagabend und Samstagabend nächstes Wochenende in dieses Wochenende über.

Da ich das Wochenende als Teil der Woche sehe (nochmal: Es gibt keine sinnvolle Abgrenzung zum Rest der vorangegangenen Woche) halte ich es auch für falsch während der laufenden Woche die Bezeichnung zu ändern. Ebensowenig wie ich es für falsch halte um 10 Uhr von nächsten Mittag zu sprechen, um dann fünf Stunden später von letzten Mittag zu sprechen. Da ich die jeweiligen Abschnitte in ihren Kontext einbinde (Tag, Woche) haben sie länger Gültigkeit. Und das sehe ich als Vorteil.

Abgesehen davon: In den ganz oben verlinkten Artikeln, sowie in diesem hier beim Spiegel, haben die Protagonisten allesamt das Problem nicht verstanden zu werden, und dann zum falschen Zeitpunkt aufzutauchen. Eventuell hat sich die Realität also schon längst weiter bewegt, und wir kämpfen hier eine Schlacht, die schon lange an anderer Stelle entschieden wurde.

Ein Jahr mit YNAB – Richtig geil!

ynab2xZum Ende des Jahres sind Jahresrückblicke immer ein großes Ding. Ob jetzt satirisch, politisch, gesellschaftlich oder boulevardesk – Jahresrückblicke gehören zu unserer Medienlandschaft wie wenig anderes. Logisch, wenn sich die Jahreszahl zu ändern ankündigt, blicken wir gerne auf die letzten Monate zurück. Was war gut, was war schlecht, was hat uns weitergebracht, etc.

Wenn ich auf mein Jahr zurückblicken soll merke ich, dass sich vieles getan hat. Neuer Job, neue Perspektiven, neues Unisemester. Was sich aber am meisten geändert hat ist mein Umgang mit Geld. Ich habe seit Beginn meiner Studienzeit das Glück, ein ordentliches Einkommen in Verbindung mit überschaubaren Ausgaben zu haben. Ich wusste aber auch, dass ich dieses Jahr 25 Jahre alt werden würde, und dass im Zuge dessen sich Dinge wie Kindergeld und Krankenversicherung ändern werden. Gleichzeitig habe ich mich vor etwas über einem Jahr etwas intensiver mit den Themen Aktien und Geldanlage befasst. Ich wusste, dass ich seit ich arbeiten gehe immer genügend Geld zur Verfügung hatte. Ich wusste aber auch, dass ich nie so genau im Blick hatte wie viel Geld ich zur Verfügung hatte. Mein Ziel war es bis dahin immer am Ende des Monates eine bestimmte Zahl auf dem Konto stehen zu haben. Hatte ich in einem Monat deutlich mehr ausgegeben, habe ich eben die nächsten Monate weniger ausgegeben. Das ging immer gut, ich hab noch nie einen Dispo in Anspruch nehmen müssen. Gleichzeitig habe ich aber begonnen Bankkonten und Kreditkarten bei mehreren Banken anzusammeln. Und so langsam wurde es unübersichtlich. Zum einen war das Geld über verschiedene Plastikkarten verteilt, zum anderen hatte ich den Wunsch mein Geld auch dauerhaft anzulegen. Ich musste also wissen: Wie viel Geld habe ich wirklich!

Auftritt: Christian Hessi Hessmann. Der hatte in Bits und so #322 ausführlich über eine Budgetierungssoftware namens YNAB gesprochen. Kurz gesagt geht es darum jeden Euro an Einkommen einer bestimmten Aufgabe zuzuordnen. Ich möchte einen bestimmten Betrag pro Monat für Lebensmittel ausgeben, einen anderen für die Miete, einen dritten für die Telefonrechnung. Aber ich möchte auch Beträge ansparen, zum Beispiel für Versicherungen die nur einmal im Jahr fällig werden, oder meinen Beitrag für die Uni oder auch einfach Kleidung und der Friseur. Das hilft mir zum einen, einen Überblick über meine Ausgaben zu bekommen – die Regelmäßigen und die Unregelmäßigen. Zum anderen sehe ich so, an welchen Stellschrauben ich weiter optimieren kann. Ich sehe genau, wie viel Geld ich wo ausgebe, und kann so immer wieder neu evaluieren, ob meine Ausgaben zu meinen Zielen passen.
Wichtig sind hierbei zwei Dinge. Erstens muss ich alle Ausgaben protokollieren. Das fällt mir leichter als ich dachte. YNAB hat eine App für das iPhone, in die trage ich jede Transaktion sofort ein. Das hat nur zu Beginn etwas Eingewöhnungszeit gekostet, inzwischen mache ich das schon automatisch und muss sehr selten nur noch etwas nachtragen.
Zum anderen muss ich wirklich alle Konten protokollieren. Darunter fällt natürlich mein Gehaltskonto, aber auch solche Dinge wie das Bargeld im Geldbeutel, Essensgutscheine vom Arbeitgeber und meine Kreditkarten. Auch das war einfacher als gedacht. Da ich in YNAB mein gesamtes „flüssiges“ Vermögen handhabe ist es egal, ob ich mit einer Kreditkarte oder mit Bargeld bezahle. Ich kann jeden Euro nur einmal ausgeben, danach fehlt er in seiner Kategorie. Die Gutscheine behandle ich wie Bargeld. Das führt dazu, dass ich immer mehr Geld im Geldbeutel angezeigt bekomme als tatsächlich drinnen ist, da ich aber quasi alles andere bargeldlos bezahle ist das im Alltag kein Problem für mich.

Was ich in YNAB nicht abbilde sind meine Aktiendepots. Meine Tagesgeldkonten und Sparbücher habe ich in die Software eingetragen, allerdings als Off-Budget-Accounts. So sehe ich das Geld in den Konten, sie tauchen aber nicht in meiner monatlichen Budgetplanung auf, und ich muss das Geld so auch nicht irgendwelchen Kategorien zuweisen.

So ausgerüstet freue ich mich auf das neue Jahr mit allen Herausforderungen die es sicherlich mit sich bringen wird. Ich bin guter Dinge, dass ich mit YNAB das Tool gefunden habe, dass mir meine finanziellen Spielräume aufzeigt, meinem Optimierungstrieb genüge tut, und mir so hilft mich auf meine eigentlichen Ziele zu konzentrieren.


Wer sich noch mehr über YNAB informieren möchte sei auf meinen Kollegen, den Pfennigmillionär, verwiesen.

FlightTracker

Ich finde es gut, Projekte die einem viel Spaß bereiten zu unterstützen. Und ich bastle gerne an Computern herum. Was liegt also näher, als beides miteinander zu verbinden.

Ich habe hier einen Stapel an Raspberry Pis rumliegen. Auf einem läuft eine Seafile-Instanz, ein anderer dient als Ziel für Online-Backups. Da die Geräte so günstig sind und sehr wenig Energie verbrauchen, mag ich es ihnen eine dedizierte Aufgabe zuzuweisen. Falls dabei was schief geht habe ich dann immernoch die Möglichkeit diese Instanz abzuschalten, ohne die anderen Services zu beeinträchtigen. Und der Umzug an neue Standorte wird selbstverständlich auch leichter.

Ein Board lag jetzt aber lange rum und hat hauptsächlich Platz verbraucht. Deshalb habe ich nach einem neuen Verwendungszweck gesucht. Und nun zu dem Projekt um das es eigentlich geht.

Ich bin Anfang des Jahres das erste mal in einem Flugzeug gesessen. Die ersten 24 Jahre meines Lebens habe ich es geschafft, mich fliegenderweiße nur per Hubschrauber zu bewegen. Nun stand aber eine Geschäftsreise nach London an, eine Entfernung die sich am besten per Flugzeug zurücklegen lässt. Das ganz hat mir sehr viel Spaß gemacht, und eine gewisse Begeisterung für die Luftfahrt im allgemeinen, und für die Airliner im besonderen, geweck. Seither hänge ich verstärkt auf Flightradar24 rum, eine Webseite, auf der sich live unzählige Flüge nachverfolgen lassen. Die Daten kommen hauptsächlich von Freiwilligen, diese empfangen die in den Himmel gefunkte Telemetrie der Flugzeuge, und leiten sie an Flightradar24 weiter. Das geht, da diese Daten unverschlüsselt gesendet werden, und neben der Flugnummer auch Daten über Position, Höhe, Geschwindigkeit und Richtung des Fliegers enthalten. Zum Empfangen benötigt es nicht mehr als eine Antenne und ein wenig Software zur Auswertung und Weiterverarbeitung.

Bei Flightradar24 gibt es eine schöne Anleitung, wie man sich einen solchen Empfänger bauen kann. Für meine Ansprüche war fast schon zu wenig Bastelei dabei. Die Antenne, ein sogenanntes Software-Defined-Radio, gibt es für kleines Geld bei Amazon. Es ist letztenendlich nur ein USB-Stick mit Empfänger, dem man sagt auf welcher Frequenz er zuhören soll. Man könnte ihn auch auf Fernsehen, Polizeifunk oder einfach Radio einstellen. Meiner horcht nun also auf ADB, das Protokoll das Flugzeuge benutzen um ihre Telemetrie an die Lotsen und Flughäfen zu übermitteln.

Zusammen mit einem Account bei Flightradar24 kann ich so also auch was zum Weltwissen™  beitragen. Das schöne ist, hier gibt es auch einiges an Statistik, in den ersten acht Stunden wurden beispielsweise 421 Flugzeuge von meinem Empfänger gesehen und an Flightradar24 weitergeleitet.

Im Moment habe ich mit der kleinen Stummelantenne eine Reichweite von ca. 30 nautischen Meilen, was ziemlich genau 55 km entspricht. Meine bisher größte gemessene Distanz liegt bei zur Zeit 34 NM. Mein Problem ist zum einen, dbildschirmfoto-2016-10-05-um-20-46-25ass die Antenne noch im Inneren des Raumes steht, und außerdem baulich nicht optimal liegt: Ich wohne in der Innenstadt, rundum stehen Häuser die alle höher sind als meine Wohnung im ersten Stock. Die einzige freie Fläche geht nach Osten, das merkt man auch extrem. In diese Richtung ist die Empfangsreichweite mit Abstand am höchsten. Hier ließen sich sicherlich mit einer Außenantenne noch der ein oder andere Kilometer heraus kitzeln, das wäre eventuell ein Projekt für die Zukunft.

Was ich noch nicht weiß ist, ob ich die gesammelten Daten auch noch einer eigenen Visualisierung zuführen kann. Ich fände es spannend, mir mein eigenes Flightradar zu bauen, gespeist aus den Daten meines Empfängers. Das würde mir nicht nur ein besseres Verständnis der gesammelten Daten geben, sondern auch nochmal unmittelbarer zeigen, was dieses leuchtende Board auf meinem Schreibtisch hinter der Kaffeemaschine genau macht.

Beitragsbild: Das erste Flugzeug, mit dem ich geflogen bin: Ein Airbus A320 von British Airways.

Bad Parking Turtle

Wenn euch die Leute, die immer drei Parkplätze auf einmal belegen auch auf die Nerven gehen, habe ich hier was:

Die Bad Parking Turtle. Eine kleine süße Schildkröte, die helfen soll besser einzuparken. Eine Schildkröte, die auf asoziales Verhalten aufmerksam machen soll, für jeden erkennbar.

Downloads: Bad Parking Turtle A4 und Bad Parking Turtle 2x A5

Hiermit sei jeder aufgerufen die Schildkröte zu verteilen. Das ganze ist zwar ein wenig passiv-aggressiv, ich freue mich dennoch darauf die Schildkröte auf der Straße wieder zu finden.

Software im Auto

Software bestimmt einen großen Teil unseres Alltags. Meine Kaffeemaschine berechnet für jede Kaffeesorte die ideale Menge und Temperatur des Wassers, die Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn treiben jeden Tag hunderte Menschen in den Wahnsinn, und spätestens seit dem VW-Abgasskandal wissen wir, dass auch in Autos schon längst der Computer das Steuer übernommen hat.

Ich bin vor einigen Tagen einen neuen Polo gefahren. Ein schickes Auto. Er hat einigermaßen Zug unter der Haube, fährt sich recht spaßig. Wie sich für einen standesgemäßen Nerd gehört habe ich mich auch gleich mit der Bordelektronik beschäftigt. Da gibt es Anschlüsse für Aux und USB, es gibt Diagramme die den Verbrauch und die verbleibende Reichweite anzeigen, vor allem aber gibt es eine Bluetooth-Schnittstelle. Frei nach Sheldon Cooper: Alles ist viel besser mit Bluetooth. Weil ich gerade auf der Schnellstraße unterwegs war hab ich es mir verkniffen gleich das Handy aus der Tasche zu ziehen und stattdessen bis zum Ziel gewartet, und vorschriftsmäßig den Motor abgestellt:

StVO §23 (1a): Wer ein Fahrzeug führt, darf ein Mobil- oder Autotelefon nicht benutzen, wenn hierfür das Mobiltelefon oder der Hörer des Autotelefons aufgenommen oder gehalten werden muss. Dies gilt nicht, wenn das Fahrzeug steht und bei Kraftfahrzeugen der Motor ausgeschaltet ist.

Und hier kommen wir wieder an die Stelle die zeigt, dass Software auch im Jahr 2015 weniger aus Code und ein paar Bugs, sondern aus vielen Bugs, die durch etwas Code zusammengehalten werden besteht. Das Auto meldete nämlich: „Bitte Starten Sie den Motor um das Auto mit dem Mobiltelefon zu koppeln.“

Das Gute ist: Einmal gekoppelt kennen sich Auto und iPhone, so dass die Audioausgabe das nächste mal automatisch auf die Autolautsprecher geht. Aber Quatsch ist das ganze doch irgendwie trotzdem.