Ich finde ja Battle-Rap eine unglaublich spannende Kulturtechnik. Da stehen Typen in Hoddies und Jogginhose mit Gucci-Gürteln und Louis Vuitton-Täschchen auf der Bühne und tragen sich gegenseitig selbst geschriebene Gedichte vor.
Ja, zugegeben, in den Gedichten geht es häufig darum, dass man was mit der Mutter des anderen hat, dass man den anderen mit der größten Waffe die man findet umlegt, oder dass der andere auch ansonsten ein ziemlich grundsätzlicher Lappen ist.
Und trotzdem, irgendwie ist es total süß anzusehen, wie sich zwei Erwachsene gegenüberstehen, ihre Gedichte auswendig (!) vortragen, und die Zuschauer drumrum stehen und bei den besonders guten Zeilen mit einem lauten Oh! oder Ah! am ausrasten sind. Wenn Hilde Domin das wüsste…